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Eintrag vom 24.10.2015

„Prävention ist ein zentraler Aspekt“

Bildungsprojekt Rollerwerkstatt – Kinder- und Jugendzentrum Weingarten des Diakonievereins Freiburg-Südwest

In der Rollerwerkstatt des Kinder- und Jugendzentrums Weingarten machen Jugendliche einmal pro Woche unter Anleitung Fundroller wieder flott, die der lokale Polizeiposten dem Projekt vermittelt. Beim Schrauben an den Motorrollern lernen die 14- bis 16-Jährigen technisch und handwerklich dazu. Zudem stehen Themen wie Teamfähigkeit, Achtung fremden Eigentums und Verkehrssicherheit im Fokus. Einen Extra-Anreiz bietet das Bonussystem: Je nach Einhaltung der vereinbarten Verhaltensregeln, können die Jugendlichen sich bis zu 120 Euro in Gutscheinform verdienen, etwa für eine Mofa-Prüfbescheinigung oder den Kauf eines Helms.

 

Heimspiel: Herr Glimsche und Herr Werner, wie waren die Anfänge Ihres Projekts „Rollerwerkstatt“?
Stefan Glimsche: Die Rollerwerkstatt gibt es seit 2005. Als kriminalpräventives Projekt richtete es sich damals an Jugendliche, die polizeilich aufgefallen waren. Heute kann sich jeder im Alter von 14 bis 16 bewerben. Prävention ist aber weiterhin ein zentraler Aspekt. In Theorie­einheiten thematisieren wir etwa Verkehrsstraftaten und deren Folgen, Gefahren im Straßenverkehr oder auch den negativen Einfluss von Alkohol und Drogen.
Lesja Werner: Diese Theoriestunden leiten dann Dieter Spitz, der Jugendsachbearbeiter des Polizeipostens Weingarten, und Christoph Lang von der Jugendhilfe im Strafverfahren. Die beiden beantworten Fragen der Jungs. Wie offen und locker es dabei zugeht, gefällt mir besonders.
Glimsche: Apropos Jungs: In den Vierergruppen waren über die Jahre hinweg auch einige Mädchen dabei, aber nur recht wenige.

Heimspiel: Also hat gerade das Interesse der Jungs das Projekt bis heute am Laufen gehalten?
Glimsche: Ja. Bei den zwei- bis dreistündigen Treffen sind die Jugendlichen dann auch ungemein engagiert, technikbegeis­tert und wissbegierig bei der Sache...
Werner: …wobei sie mitunter mit recht originellem „Fachwissen“ aufwarten. Oft kann ich die Herren Experten nur mit Mühe überzeugen, dass so ein Roller doch erheblich anders funktioniert, als sie mir anfangs weismachen wollen. (lacht) Der Umgang ist dabei total angenehm und unproblematisch. Wenn man einen der Jungs mal kurz auffordern muss, sich zusammenzureißen, ist das schon das Ärgste.

Heimspiel: Dabei gilt Weingarten bei manchen als problematischer Stadtteil.
Glimsche: Hier gibt es zwar Hochhäuser und hier leben relativ viele Menschen, die nicht so gut verdienen oder staatliche Leistungen erhalten. Von einem Problembezirk kann aus meiner Sicht aber gar keine Rede sein. Das sieht man auch daran, dass Weingarten keine auffällige Kriminalstatistik aufweist.

www.scfreiburg.com/node/14980

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