Aktuelles

Eintrag vom 13.07.2015

Kreativ gegen den Fachkräftemangel

Die Nacht der Ausbildung soll Berufe fühl- und erlebbar machen.

EMMENDINGEN. Auszubildende werden knapp – woher nehmen und nicht stehlen? Die Unternehmen müssen sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, sagt die städtische Wirtschaftsförderin Petra Mörder. Stadtverwaltung und Autohaus Schmolck organisieren die erste Emmendinger Nacht der Ausbildung am 25. September mit bislang 18 Betrieben; weitere dürfen teilnehmen. Oberbürgermeister Stefan Schlatterer nennt es ein innovatives Angebot, um Ausbildungsplätze zu füllen.

DER ABLAUF
Die Unternehmen öffnen am Freitagabend von 17 bis 20.30 Uhr ihre Türen für Auszubildende. Shuttlebusse bringen die Schüler von Betrieb zu Betrieb. Die Berufe sollen im Unternehmen demonstriert, fühl- und erlebbar werden. "Die Schüler sollen sehen, was auf sie zukommt", erklärt Mörder, "sie können sich über die Anforderungen informieren, über Weiterbildungs- und Aufstiegschancen." Die Nacht der Ausbildung endet mit einer Werkstattparty des Mitorganisators Schmolck. "Das ist aber keine offene Party", sagt Schmolck-Geschäftsführer Jürgen Henninger, "die Schüler sollen sich noch ein bisschen austauschen können." Für Verpflegung und Musik – einige Schulbands werden sich präsentieren – ist gleichwohl gesorgt. Vor der Firmentour bietet die Stadt den Vortrag "Knigge für Auszubildende". Da geht es ganz praktisch um Tipps zu Umgangsformen und Kleidung.

DIE CHANCE
"Hier haben die Schüler die Chance, in die Betriebe hineinzugucken, auch in Berufsfelder wie etwa Gebäudereiniger, die sie gar nicht kennen", sagt Mitorganisator Michael Gleichauf, Marketingleiter bei Schmolck. Zudem entstehen persönliche Kontakte, die bei einer späteren Bewerbung schon mal über ein nicht so perfektes Zeugnis hinweghelfen können. Auszubildende werden ihren Alltag zeigen – "die erklären dann in der gleichen Sprache, was sie zu tun haben." Dabei könnte so manches Vorurteil sterben: "Früher haben Mechaniker viel mit Öl gearbeitet, heute läuft beim Mechatroniker das meiste elektronisch", sagt Henninger und fügt augenzwinkernd hinzu: "Früher waren das Chirurgen, heute sind es Kardiologen". An den Händen sehe man nicht mehr, wer aus dem Büro und wer aus der Werkstatt komme.

Henninger hofft gerade auf Werkrealschülern, weil diese, noch weniger mobil, eine Ausbildung vor Ort brauchen. Obwohl Schmolck rund 80 Auszubildende habe, warte das Unternehmen förmlich darauf, dass die jungen Leute ihre Ausbildung abschließen: "Die ehemaligen Azubis sind heute die Stütze des Betriebs", sagt der Geschäftsführer und der Oberbürgermeister ergänzt: "Die Karriere fängt mit dem ersten Ausbildungstag an."

Die Nacht der Ausbildung ist keine schulische Veranstaltung, wird aber von den Schulen unterstützt und der Besuch gefördert, sagt die geschäftsführende Schulleiterin Angela Hauser. Für sie ist es ein "tolles, niedrigschwelliges Angebot"; besonders freut sie sich über Firmen, die Berufe anbieten, die ihre Schüler sich schwer vorstellen können. "Wir werden sowieso alle Fußballer oder Sängerin", zitiert sie scherzhaft. Da fehlt eben oft die Information – wer weiß schon, dass die Stadt Schwimmmeister ausbildet? Und unsichere Schüler gingen eher dorthin, wo sie sich schon ein wenig auskennen.

SO FUNKTIONIERT’S
Vor den Sommerferien werden Ausbildungsbotschafter in die Schulen kommen und die Idee vorstellen. Über die Schulen erhalten interessierte Schüler dann auch Buttons, mit denen sie alle teilnehmenden Unternehmen und Veranstaltungen nutzen können – auch die Shuttle-Busse. Für diese wird ein Fahrplan ausgearbeitet, sobald alle teilnehmenden Betriebe feststehen. Die Ausbildungsnacht bekommt eine eigene Homepage, die ab Mitte Juli verfügbar sein dürfte.

www.emmendinger-nacht-der-ausbildung.de
 
 

Weitere News aus 2015

Archiv - 2019

Archiv - 2014

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung zu. Zur Datenschutzerklärung.